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Startups – die Faktoren für den Erfolg

Startups – die Faktoren für den Erfolg

Startup- und Venture Capital Experte Max Meister hat sich die aktuelle Startup-Szene der Schweiz etwas genauer angeschaut. Hier seine Einschätzung über die Eigenschaften erfolgreicher Gründer*innen. 

 

Max Meister, wie steht es um die Startup-Szene Schweiz?

 

Die Schweizer Startup-Szene entwickelt sich aktuell erfreulich, sogar deutlich besser als ich prognostiziert hatte. Das Positive an der Schweiz ist, dass wir selten mit extremen Ausschlägen nach oben oder unten konfrontiert sind. Wenn sich ausländische Märkte sehr erfreulich entwickeln, verändern wir uns weniger rasant. Dafür sind wir in der aktuell turbulenten Phase deutlich stabiler. Sowohl was die Entwicklung der Startups betrifft, wie auch die Finanzierungsaktivitäten. Kurz: Ich bin aktuell ganz zufrieden.

 

Wie beeinflussen Inflation, Klimakrise und Krieg das Geschäft?

 

Wie immer bringen grosse Themen Chancen, aber auch Risiken mit sich. Inflation bedeutet auch höhere Zinsen, was für Startups schlecht ist, weil das Kapital umverteilt wird. Heute bekommt man knapp 2 Prozent für ein einjähriges Festgeld, was nicht unattraktiv ist. Inflation kann aber auch positive Auswirkungen haben, nämlich dann, wenn wir ein preisunelastisches Gut im Angebot haben. Heisst, wir erhöhen die Preise über die Mehrkosten, aber die Nachfrage geht nur geringfügig zurück. Dies sehen wir aktuell etwa im Detailhandel. Die Klimakrise wiederum kurbelt die Innovation an und es entstehen viele Startups, die mithelfen, die Klimakrise in den Griff zu bekommen. Am Krieg kann aber leider auch ein Berufsoptimist wie ich nichts Positives abgewinnen. Der ist für – fast – alle Marktteilnehmer negativ. 

 

In welchen Bereichen gibt es im Moment die meisten Innovationen?

 

Sicherlich im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI). Es ist verrückt, mit welcher Kadenz neue Geschäftsmodelle entstehehen. Nicht alle werden überleben. Aber das kommende Jahrzehnt wird uns in Sachen Fortschritt und Innovation noch lange prägen. Auch in den Bereichen DeepTech, ClimateTech und Cybersecurity sehe ich aktuell viel Innovation. 

 

Max Meister ist Dozent für Entrepreneurship an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich sowie Co-Founder «Swiss Startup Group» und Chief Investment Officer von Serpentine Ventures. (Bildcredit: Michael Rohner)

 

Für welche Bereiche interessieren sich die Investor*innen?

 

Ein Grossteil der Finanzierungen findet aktuell im Bereich der KI statt. Teilweise wird auch in fragwürdige Themen investiert. Wir erleben auch hier wieder einen Herdentrieb, wobei viele Investments keine Renditen erzielen werden. Unser Job ist es, die Nadel im Heuhaufen zu finden. Oder mit anderen Worten: Wir Venture Capitalists sind die Trüffelsau, die jeden Tag aufs Neue losziehen und die spannendsten Startups finden müssen.

 

Was ist nicht mehr angesagt?

 

Die Nachfrage nach Crypto- oder Logistik-Startups hat merklich nachgelassen. Dies in meinen Augen zu Unrecht. Aber eben, der Herdentrieb wirkt auch auf die andere Seite.

 

Sie haben selbst Startups gegründet. Was braucht es, um erfolgreich zu sein?

 

Das ist eine schwierige Frage. Zuerst einmal braucht es Durchhaltewillen bzw. Resilienz. Eine Firma zu gründen ist eine Sache. Sie aber erfolgreich zu machen, das ist etwas komplett anderes. Zweitens ist es wichtig, ein super Team zusammenzustellen. Single Founders sind selten erfolgreich. Ein Team mit komplementären Fähigkeiten ist essentiell. Und es braucht neben vielen weiteren Eigenschaften auch sehr viel Glück. Sie müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein – und das ist etwas, was nur bedingt planbar ist.

 

«Zuerst einmal sollten sie niemals eine Firma gründen mit dem Ziel, diese zu verkaufen. Dies ist definitiv der falsche Anreiz. Sie sollten gründen mit dem Ziel, etwas zu bewegen und damit erfolgreich zu sein.»

 

Viele Startups denken, sie können ihr Unternehmen in kurzer Zeit verkaufen. Wie viele schaffen das?

 

Zuerst einmal sollten sie niemals eine Firma gründen mit dem Ziel, diese zu verkaufen. Dies ist definitiv der falsche Anreiz. Sie sollten gründen mit dem Ziel, etwas zu bewegen und damit erfolgreich zu sein. Meistens ist ein erfolgreicher Verkauf dann reine Formsache. Es gibt sehr viele Zahlen zu diesem Thema, die wenigsten sind jedoch verlässlich. Ich gehe davon aus, dass 98 Prozent der Startups keine angemessene Rendite für sich und die Investoren erzielen können. 1 Prozent schafft eine Durchschnittsrendite und 1 Prozent schafft es, überproportional zu verdienen. 

 

Gründer*innen sind immer noch Mangelware. Weshalb?

 

In der Schweiz ist es möglich, mit relativ wenig Aufwand viel zu verdienen und eine hohe Work-Life-Balance zu haben. Weshalb soll ich 16 Stunden arbeiten, wenn ich für 8 Stunden Arbeit über 100’000 verdienen und nebenbei meinem Hobby frönen kann? Natürlich ist es cool, seine eigene Firma zu haben. Aber es ist eben auch – meistens – brutal hart und man hat wenig Spielraum.

 

«Fake it till you make it» – vielen Gründern, gerade aus den USA, ist diese Haltung um die Ohren geflogen. Inwiefern hat dies die Szene auch hier geprägt?

 

Nun, ich würde sagen, nicht bei vielen. Aber es gibt in der Tat ein paar Cases – FTX, Theranos, WeWork, etc. – wo das Prinzip versagt hat. Fakt ist nun mal, wenn Gründer*innen in kurzer Zeit etwas bewegen wollen, müssen sie Abkürzungen nehmen. Solange sie keine Gesetze brechen oder unethisch handeln, finde ich dies auch okay. Aber man muss manchmal Sachen machen, die vielleicht nicht ganz koscher erscheinen, das ist «part of the game». Insofern finde ich es heuchlerisch, wenn nun ein paar Investoren und Verwaltungsräte die Moralkeule schwingen, wo sie vorher die Gründer*innen angetrieben haben, die Extrameile zu gehen. Aufgrund unseres Naturells sieht man das Prinzip des «fake it till you make it» in der Schweiz deutlich seltener als im angelsächsischen Raum. Etwas mehr Mut und Kühnheit würde uns sicherlich gut tun. Wie so oft liegt das Optimum wahrscheinlich in der Mitte.

 

Welche Hausaufgaben muss die Schweiz machen, um weiterhin top im Bereich Startups zu bleiben?

 

Das ist eine gute Frage. Wir sind noch nicht top, aber entwickeln uns durchaus positiv. Der wichtigste Faktor ist, dass wir sogenannte Growth Investoren haben, die auch in Scale-ups investieren. Und diese Investoren sollten, wenn möglich, nicht aus dem Ausland kommen, da ansonsten das geistige Eigentum in die jeweiligen Länder abwandert. Diese Growth Investoren fehlen in der Schweiz, weshalb dem Staat eine wichtige Rolle zukommt. In Deutschland sind der Staat sowie auch andere staatsnahe Institutionen sehr aktiv und tragen zu einem Grossteil der Investments bei. Es würde sicherlich helfen, wenn wir ähnliche Gefässe hätten, die unterstützen könnten, diese Finanzierungslücke zu schliessen.

 

Wie sieht die Zukunft aus? Welche Vision haben Sie? 

 

Ich blicke positiv in die Zukunft. Wir verfügen über Top Hochschulen, die ihre Stärken in aufstrebenden Themen besitzen. Dies wiederum hat einen Einfluss auf die Gründer*innen, die auf diese Weise motivierter sind, eine erfolgreiche Firma aufzubauen. Auf Grund dessen wird die Schweiz in der Lage sein, weitere Firmen von Weltformat zu erschaffen. Nach Nestlé, ABB und Logitech werden wir in dreissig Jahren führende Schweizer Firmen am Markt sehen. Dies werden diejenigen Firmen sein, die ihren Ursprung in den nächsten Jahren haben werden. Also: Let’s go!



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